chirurgische praxis osterstrasse hamburg

120 Illus RZ allgemeinmed Bruchoperationen (Hernienchirurgie)

Als Hernie (griechisch hernios „Knospe“) wird der Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine entweder angeborene oder erworbene Öffnung bezeichnet.

Leistenbruch, Nabelbruch

Man spricht von einem Leistenbruch, wenn die Leiste einer Belastung oder Beanspruchung nicht standhalten kann. In der Chirurgie wird diese als „hernia inguinalis“ bezeichnet, es handelt sich um das „Aufbrechen“ von Bindegewebe, in der Folge kann in der Bauchwand eine Öffnung entstehen, durch die Fett-und Darmanteile drängen. Das Vorliegen eines Eingeweidebruchs lässt sich durch eine in der Haut sichtbare Vorwölbung oder Beule diagnostizieren. Schmerzen entstehen, wenn dabei auch Nerven eingeklemmt werden.

Zu den Ursachen eines Leistenbruchs gehören in seltenen Fällen Stoffwechselerkrankungen, in deren Folge das Bindegewebe instabil wird. Bei den meisten Patienten führen Störungen in der Anatomie der Muskeln und Bänder zu dieser Erkrankung. Wenn zusätzlich eine Bindegewebsschwäche vorliegt, ist das Risiko deutlich erhöht. Der Leistenbruch zählt zu einer häufigen Erkrankung, die chirurgisch behandelt werden muss. Männer trifft die Erkrankung sehr viel häufiger als Frauen, die meisten Leistenbrüche sind ungefährlich, werden sie nicht behandelt, können ernsthafte Komplikationen die Folge sein. Ein so genannter „indirekter Leistenbruch“ betrifft in der Regel Neugeborene, Kinder und jüngere Patienten. Der „direkte Leistenbruch“ tritt bei etwa 30 Prozent der Leistenbrüche auf, meist bei Erwachsenen älteren Männern. Da es keine konservative Therapie zur Heilung gibt und der Bruch immer größer wird, wird er in der Regel operiert. Falls der Bruch "einklemmt", drückt er die Blutversorgung des Darmanteils im Bruch ab und es entsteht eine lebensbedrohliche Situation.

Schenkelbruch

Ein Schenkelbruch bildet sich – im Unterschied zum Leistenbruch - zwischen dem Leistenband und dem Beckenknochen aus. Bauchfell (Peritoneum), also die innere Haut, die Bauchorgane und Bauchhöhle auskleidet, ist dabei beteiligt und formt den Bruchsack aus. Häufig stülpen sich auch Teile des Darms in den Bruch hinein.

Bauchdeckenbruch

Die Stabilität der Bauchdecken, die aus verschiedenen Strukturen besteht, wird durch Muskeln und bindegewebige Muskelhäute gesichert. Diese schützen die Baucheingeweide vor Verletzungen und sind auch an der Atmung, beim Stuhlgang und weiteren Körperbewegungen beteiligt. Entsteht aber im Bauchdecken eine Schwachstelle, kann dies beim Anstieg des Druckes im Bauchraum, etwa beim Heben und Pressen, zum Bauchdeckenbruch (Hernie) führen. Zu den Ursachen der Entstehung gehören neben einer Bindegewebsschwäche die Druckerhöhung im Bauchraum, ausgelöst durch Fettleibigkeit, eine Schwangerschaft oder körperlichen Belastungen.

Narbenbruch

Ein Narbenbruch wird durch die Überdehnung einer Narbe verursacht, meist im Bereich der vorderen Bauchwand. Narbenbrüche sind sehr häufig, und betreffen Patienten aller Altersgruppen. Beim Narbenbruch kommt es im Bereich einer Operationsnarbe zur Vorwölbung von Organen der Bauchhöhle. Ursachen können Bindegewebsschwächen sein, aber auch im Übergewicht des Patienten oder möglicher Lungenerkrankungen gesucht werden.

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